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Innerhalb der nächsten 10 Jahre sterben Banken mit Geschäftsstellen

[Blog-Einleitung-Start]Vor ein paar Wochen saß ich während der Exponential Finance Konferenz der Singularity University in New York mit einigen Innovationsmanagern und Führungskräften von Banken zum Mittagessen zusammen, um über die Zukunft der Bankfilialen zu sprechen. Ziemlich schnell drehte sich unsere Diskussion darum, was momentan in Filialen selbst alles an Innovationen ausprobiert und umgesetzt wird, denn diese sind für die meisten Banken das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit.[Blog-Einleitung-Ende]
Bank Mizuho Pepper

Filialnetzstrategie der großen Bankhäuser: Citigroup, Deutsche Bank und Bank of America

Zurzeit geht das Filialgeschäft durch eine sehr unsichere und herausfordernde Zeit. Einige Banken in den USA, wie z.B. die Citigroup, bauen massiv Stellen ab, während andere Banken expandieren und ihr Filialnetz ausbauen. Ähnliches kann man auch hier in Europa und speziell in Deutschland beobachten. Die Deutsche Bank kündigte gerade im vergangenem Monat ein erneutes Sparprogramm an, um ihr Filialnetz zu verkleinern und zudem massiv Stellen im In- und Ausland abzubauen. Auf der anderen Seite investieren große Bankhäuser, wie die Bank of America oder auch gerade die Deutsche Bank sehr viel Geld in die Modernisierung ihrer Zweigstellen. Diese neuen Designkonzepte erinnern aber immer eher an eine Starbucks Filiale oder die Kommandozentrale von Raumschiff Enterprise.

Was FinTech Experten dazu sagen

Die großen Banken bauen ihre Filialen im großen Stile um, damit diese mit den derzeitigen technologischen Trends Schritt halten können, aber wenn man FinTech Experten zu Wort kommen lässt, dann ist die Mühe eine Verschwendung von Zeit und Geld, denn klassische Bankfilialen werden innerhalb der nächsten zehn Jahre aussterben.

Peter Diamandis, einer der Gründer der Singularity University und CEO der xPrize Foundation sagte auf der Exponential Finance Conference, dass
die Finanzbranche die Branche sein wird, die in den kommenden 10 Jahren durch die meisten Veränderungen gehen wird“
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Filialbanken werden laut Experten verlieren

Die Verlierer werden gemäß vieler Experten Filialbanken sein. Laut Diamandis „werden die meisten Filialen in den kommenden zehn Jahren verschwunden sein“.

Brett King, Gründer von Moven, einer mobilen Banking App, fügt hinzu, dass die Finanzbranche in den kommenden zehn Jahren mehr Veränderungen durchmachen wird, als in den 300 Jahren zuvor.

mobile Banking Apps

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Fintech: Wie N26 und andere auch in Deutschland den Markt rasant verändern

Auch wenn es hierzulande noch große Hürden aus regulatorischer Sicht gibt, so verändert sich der Markt durch Fintech auch hier rasant. N26 (vormals Number26) hat gerade erst eine Banklizenz erhaltenen und wird in Zukunft weitere Produkte und Angebote aus Eigenproduktion und von Partnern, wie z.B. Vaamo oder Transferwise, anbieten können. Aber auch die ersten Banken reagieren auf die veränderten Kundengewohnheiten, Bankgeschäfte über Smartphones abzuwickeln. Die SEB Bank ist bei Tink eingestiegen, um auf Basis der Tink Plattform eine virtuelle Bank zu bauen.

3 bis 5 Milliarden potenziellen neue Kunden bis 2020

Laut einer Schätzung von PHD Ventures werden bis zum Jahre 2020 mindestens 66 Prozent der Weltbevölkerung online sein. Das heißt drei Milliarden weitere Konsumenten. Diamandis geht aber eher von einer noch höheren Anzahl aus – bis zu fünf Milliarden – die durch Projekte wie Mark Zuckerberg’s Internet.org oder Google’s Projekt Loon erstmals online gehen können.

Wir sprechen also von drei bis fünf Milliarden potenziellen neuen Kunden, die in ein paar Jahren auf den Markt drängen. Daher kann ich es nicht verstehen, dass die meisten Banken dieses Potenzial scheinbar unbeachtet lassen.

Quo vadis Großbanken?

Im Jahre 2025 werden die größten Banken Technologiefirmen sein. Die Banken aber, welche in den letzten 20 Jahren hauptsächlich durch Akquisitionen gewachsen sind, werden vor gewaltigen Herausforderungen stehen, denn sie werden wahrscheinlich ihr Filialgeschäft aufgeben müssen.

Einer der Gründe, der dieses Zukunftsszenario stützt, ist die Unmenge von FinTech Startups auf beiden Seiten des Atlantiks und in Asien. Des Weiteren investieren VC’s momentan mehr Geld in FinTech Startups, als die gesamte Bankbranche für ihre Transformationsprojekte aufwendet.

Redesign der Bankfilialen als Lösung?

Und trotzdem gehen viele Führungskräfte in den Bankzentralen noch davon aus, dass Kunden schon wieder zurückkommen, wenn man viel Geld in das Redesign von Zweigstellen investiert. Aber die Kunden bleiben nicht fern, weil ihnen das Design der Bankfiliale nicht gefällt, sondern weil sich ihr Banking-Verhalten verändert hat. Dieser Veränderung müssen sich die Banken anpassen.

KI, Roboter und Blockchain machen es Kunden einfacher

In vier Jahren werden mehr Menschen Apps für ihre täglichen Bankgeschäfte nutzen, als bis dato je eine Bank betreten haben. Technologien, wie künstliche Intelligenz, Roboter und Blockchain werden es Kunden immer einfacher machen, ihre täglichen Bankgeschäfte zu erledigen. Der Zeitpunkt, Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, ist jetzt – sonst werden Banken, so wie wir sie kennen, zum Tode verurteilt sein.

Ich freue mich auf Ihre Meinungen.

Anmerkung: Dieser Post erschien am 7. Juli im englischen Original auf der amerikanischen Seite von LinkedIn. Die deutsche Version wurde vom Autor um einige für den deutschen Markt relevante Informationen und Links ergänzt. Das englischsprachige Original finden Sie hier unter dem Titel Within a Decade, Retail Banks will be Dead

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