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Wie gute Chefs Mitarbeiter führen [Teil 1]

Nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Situationen können die Unternehmen punkten, in denen sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren und für das eigene Unternehmen brennen. Der Grundstein dafür wird im Team zwischen dem Chef und den Mitarbeitern in der Mitarbeiterführung gelegt. In der Serie „Wie gute Chefs Mitarbeiter führen“ wollen wir darauf eingehen, wie Chefs die Stimmung im Team verbessern und die Mitarbeiter motivieren können.

Mitarbeiterführung: 5 Tipps für Chefs

Verschiedene Studien zeigen, ein hoher Prozentsatz aller Mitarbeiter vermisst nicht nur Lob, sondern vor allem regelmäßige Wertschätzung. Das ist am Einfachsten durch den direkten Vorgesetzten zu vermitteln. In dieser fünfteiligen Artikelserie geben wir Tipps, wie gute Chefs Mitarbeiter besser führen können, Stichwort Mitarbeiterführung.

Wie gute Chefs Mitarbeiter führen [Teil 1]

Tipp 1: Regeln im Team klären und Rollen klar verteilen

Konflikte zwischen Mitarbeitern oder zwischen Mitarbeiter und Chef entstehen häufig dann, wenn im Team die Spielregeln nicht definiert und die Rollen der einzelnen Teammitglieder unklar vergeben sind. Denn je unklarer Regeln und Rollen verteilt sind, umso größer wird das Konkurrenzdenken in Teams, anstatt gemeinsam für ein Ziel einzustehen. Wo Konkurrenzdenken überwiegt kommt schnell Frust auf im Team. Besonders Chefs von kleinen Teams müssen darauf achten, dass die Regeln und Rollenverteilungen in der Zusammenarbeit geklärt und klar verteilt sind.

Von Anfang an Spielregeln und Rollen gemeinsam festlegen

Gerade zu Beginn Ihrer Tätigkeit haben Chefs eine gute Chance, die Spielregeln und Rollenverteilungen im Team zusammen mit den Mitarbeiten festzulegen. Dafür gibt man Chefs meist die Zeit in den ersten 100 Tagen Ihrer neuen Aufgabe. Folgende Leitfragen sollten gemeinsam geklärt werden sollten:

  • In welcher Art und Weise wollen wir im Team zusammenarbeiten?
  • Wie soll die Kommunikation im Team aussehen?
  • Welche regelmäßigen Gespräche sollen stattfinden?
  • Wie können sich Mitarbeiter mit eigenen Ideen im Team einbringen?
  • Wie werden Konfliktsituationen im Team offen und frühzeitig angesprochen?

Einen neutralen Ort für das Teamevent wählen

Je nach Unternehmen und Team müssen weitere Leitfragen beantwortet werden. Empfehlenswert ist, die Entwicklung solcher Regeln nicht in der täglichen Arbeitsumgebung zu machen, sondern an einem neutralen externen Ort. Das kann ein Tagungshotel sein oder ein Teamtag, bei dem Vormittags ein Teamevent stattfindet, und Nachmittags die Regeln der Zusammenarbeit definiert werden.

Das Resultat: Vertrauen, Respekt und höhere Motivation im Team

Erarbeiten Chefs die Antworten auf diese Fragen nicht alleine hinter verschlossener Türe, sondern gemeinsam mit den Teammitgliedern und Kollegen, schafft dies gleich zu Beginn Vertrauen und gute Voraussetzungen für gegenseitigen Respekt und angenehmes Arbeiten im Team. So ist es nicht der Vorgesetzte, der die Regeln vorgibt, sondern Sie entstehen im Team selbst. Das erhöht die Akzeptanz der Regeln bei den Mitarbeitern. Die Motivation im Team profitiert davon.

Ausblick weitere Artikel „Wie gute Chefs Mitarbeiter führen“

Im zweiten Teil der Serie „Wie gute Chefs Mitarbeiter führen“ wird es darum gehen, wie Chefs Konflikte im Team frühzeitig vermeiden können und warum Sie den Mitarbeitern Rollen statt Aufgaben verteilen sollten.

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3 Antworten auf Wie gute Chefs Mitarbeiter führen [Teil 1]

  1. Julian 06.02.2015 at 23:48 #

    Ich finde die Anregungen in dem Beitrag sehr wertvoll und würde mir wünschen, dass Sie häufiger in der Praxis eingesetzt würden. Leider gibt es viele Führungskräft, die sich trotzdem über Teamrollen, -regeln, -dynamiken und -vertrauen keine Gedanken machen oder Zeit nehmen. Mein Eindruck ist es, dass es dafür zwei hauptsächliche Gründe dafür gibt:

    1) der Chef ist so stark operativ & strategisch eingebunden, dass er dafür keine Zeit findet, es also herunterpriorisiert. Gedanke ist wahrscheinlich „erst einmal müssen die Operations laufen, dann kann ich mir Gedanken ums Team machen“. Trugschluß ist, dass der Chef annimmt es würde irgendwann einmal ruhiger zugehen.

    2) der Chef findet solche Aktivitäten wie Teamrollen definieren und Teamregeln aufzustellen albern. Er erkennt den Wert solcher Vereinbarungen nicht an. Gedanke ist „warum Zeit dafür verschwenden, dass Team soll die Zeit hier nicht besonders schön finden, die sollen arbeiten!“. Vermutlich handelt es sich hierbei häufig um den Manager „der alten Schule“.

    Das ist schade, denn nicht nur der Fußball beweist, dass die Teammoral und Teamvertrauen (beeinflußt von klaren Rollen und Regeln) die Performance und den Willen für die gemeinsame Arbeit/Ziele enorm steigert und gleichzeitig Reibungsverluste minimaliziert (im Fußball sagt man so schön „das Team harmoniert miteinander“). WM 2010 negativ Beispiel Frankreich, positiv Beispiel Ghana. Warum sollte es im organisatorischem Sinne dann anders sein?

    Ich würde gerne zu dem oben genannten ergänzen:
    a) Ich halte es ebenfalls für sehr wichtig, dass der Chef noch vor dem Teamevent über folgende Fragen reflektiert:
    – Wie ist die Stimmung im Team?
    – Wie werde ich als Chef wahrgenommen?
    – Was sind wohl die Erwartungen des Teams an mich als Chef? Und was sind meine Erwartungen ans Team?
    – Wie definiere ich meine Rolle im Team?

    b) Als praktischen Tipp wird häufig empfohlen, dass das Teamevent von einer externen Person durchgeführt, geleitet und moderiert wird. So kann auch der Chef Teil der Gruppe sein und die Teamdynamik kann sich gemeinsam mit ihm entwickeln.

    c) Zusätzlich zu Teamrollen und -regeln auch Teamerwartungen abklären. Und zwar 360°! Anders als Teamregeln, setzen die Erwartungen keinen Rahmen sondern geben dem gesamten Team Einblick was den verschiedenen Teammitgliedern (inkl. Chef) in der Zusammenarbeit wichtig ist.
    – Die Erwartungen vom Team an den Chef
    – Die Erwartungen der einzelnen Teammitglieder ans Team
    – Die Erwartungen des Chefs ans Team
    – Für das Event selber: Können natürlich auch die Erwartungen an das Teamevent (inhaltlich) abgefragt werden.

    d) Alle paar Monate oder in besonders stressigen Phasen das Tempo rausnehmen. In stressigen Phasen tendieren Teammitglieder und Chef negatives zu fokusieren und das was schiefläuft herauszustellen. Wie im Beitrag schon erläutert ist Wertschätzung enorm wichtig. Der Chef kann ein Meeting außerhalb der Arbeitsräume ansetzen, irgendwo neutrales und macht eine „Appriciation Round“. Bedeutet es wird jeden die Plattform geboten, noch einmal über positive Dinge im Team nachzudenken, z.B. kann ein Mitarbeiter einen anderen danken bzw. wertschätzen weil er vor ein paar Tagen ihm im größten Stress ausgeholfen hat. Es sind mit Sicherheit viele Dinge, für die ein „Danke“ oder eine Wertschätzung noch offen gewesen ist, aber wegen des Stresses untergegangen.

    Ich hoffe, dass sich noch einige Chefs, diese Beiträge im Blog zu Herzen nehmen. Bessere Teamatmosphäre, mehr Leistung, glücklicherer Chef = win, win, win

    • Oliver Müller-Marc 07.02.2015 at 09:58 #

      Lieber Julian,
      ich freue mich nicht mehr nur über deinen Kommentar, ich beginne deine Kommentare zu lieben!
      Kann deine Ausführungen bestätigen. Auch der Vergleich mit dem Leistungssport ist gut und passend. Ich habe vor einiger Zeit selbst drüber im Artikel geschrieben mit dem Titel „Weltmeister! Was Unternehmen von Trainer Löw und der Nationalelf lernen können“
      http://www.ensego.de/blog/weltmeister-trainer-unternehmen-lernen/.
      Hättest du Lust selbst einen Artikel zu einem Thema deiner Wahl zu schreiben?
      Viele Grüße,
      Oliver

      • Julian 17.02.2015 at 13:27 #

        Hallo Oliver, ich habe mich sehr gefreut, deine Antwort zu lesen. Den WM Artikel hatte ich noch nicht gelesen, ich finde der ist sehr gut geschrieben. Sehr gerne würde ich einen Artikel verfassen. Ich schlage vor ich schreibe dir zeitnah eine Email mit ein paar Gedanken zum Austausch und anschließend widme ich mich dem Artikel.

        Viele Grüße nach München
        Julian

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