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Digitale Transformation? Innovation? Veränderung? Das betrifft unser Unternehmen doch nicht …

Viele Unternehmen haben immer noch keine Digitalstrategie und glauben auch noch den digitalen Wandel in kurzer Zeit vollziehen zu können. Das kann eigentlich nur schiefgehen …

Warum Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung handeln müssen. Jetzt!

Eine Studie zum Stand der Digitalisierung im Mittelstand hat ergeben: „Nur ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen hat digitale Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen begonnen und kann damit zu ‚Vorreitern’ gezählt werden“ (Digitalisierung im Mittelstand: Status Quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen, 2016). Und in einer IAB-ZEW-Befragung zur „Arbeitswelt 4.0“ hat rund ein Drittel der befragten Unternehmen angegeben, sich überhaupt noch nicht mit der Digitalisierung beschäftigt zu haben. Und laut einer Studie von Accenture aus dem Jahr 2015 gaben 62 Prozent der Manager an keine Digitalstrategie zu haben. 77 Prozent dieser Manager meinen jedoch innerhalb von drei Jahren den Wandel zu einem digitalisierten Unternehmen vollzogen zu haben! Good luck with that…
Mittelstand: Stand der Digitalisierung 2016

Die Herausforderungen der Digitalisierung (und der Innovation)

Die Herausforderungen der Digitalisierung, vor der viele Unternehmen stehen, versuchen Manager gerne mit den ihnen bekannten Mitteln zu lösen. Es werden Projektteams etabliert, die mit den gängigen Prozessen und Tools versuchen die neue „Strategie“ und Innovation einzuführen. Das Problem dabei: Management ist bekanntlich zu großen Teilen eine logistische Aufgabe, die darin besteht, ein Unternehmen aus einem Ist-Zustand zu einem Soll-Zustand zu bewegen oder zu führen. Meistens stehen dafür viele Hilfsmittel zur Verfügung: Finanzielle Mittel, Mitarbeiter, Methoden, aber auch entsprechende Befugnisse.

Prinzipiell geht man davon aus, dass mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen und der Willenskraft des Top-Managements, das Unternehmen jederzeit und ohne fremde Hilfe in den gewünschten Zustand geführt werden kann. Und doch stellen wir allzu oft fest: das funktioniert so nicht. Der Wille – wenn denn tatsächlich im Top-Management vorhanden – alleine genügt nicht. Es bedarf eben auch an Können oder zumindest an Wissen. Und hier klafft in vielen Unternehmen immer noch eine große Lücke. Die Lücke zwischen „wir wollen (müssen) Digitalisierung“ und „wir können Digitalisierung“. Das ist aber auch systembedingt: der Mittelstand hatte bisher ja auch nichts zu tun mit dem Internet der Dinge, und die Banken waren einmal ganz gut in Dingen, die wir heute als legacy bezeichnen und die Autobauer haben sich mit dem Bauen von Autos beschäftigt und nicht mit intelligenten Software-Lösungen für unsere Mobilität. Für sie alle ist Digitalisierung erst einmal gleichbedeutend mit der Aufforderung an ihren Schreiner jetzt doch bitte auch die Kommunikationsberatung für ihr Unternehmen zu übernehmen.

Und Sie kennen bestimmt auch noch die Situation in Unternehmen, wenn die Aufträge ausblieben. Dann hat man fix die Ingenieure zu Vertriebsmitarbeitern gemacht (neu zu entwickeln gab es ja gerade nichts) um möglichst schnell, möglichst viele „Leads“ zu generieren, die man in „Sales“ konvertieren konnte. Das hat noch nie funktioniert und doch hatte man den Eindruck, dass es zu keinem nennenswerten Lerneffekt im Management geführt hätte. Aus Fehlern sollte man lernen (und Fehler gehören dazu!) – aber im Management macht man ja keine Fehler. Und wenn wir nun feststellen, dass das Neuordnen von Tätigkeiten im Unternehmen nicht funktioniert, wie soll dann ein vollständiges Umdenken zur Digitalisierung im Unternehmen funktionieren, ohne dass dieser Prozess begleitet und geführt wird?

Sie haben bestimmt schon Sätze, wie diese in den Medien gesehen oder gehört:

„Wir haben hundert Jahre lang Wissen und Erfahrungen in _________ (hier bitte beliebige Industrie einsetzen) gesammelt, da kann nicht einfach _________ (hier ein beliebiges, digitales Unternehmen einsetzen) kommen und uns in nur zehn Jahren einholen oder gar überholen.“

Diese Aussage ist in ihrer Arroganz geradezu lächerlich und entlarvt Unternehmen, ach ganze Industrien: Das, was die Unternehmen jetzt gut können, kann man offenbar nicht in weniger als zehn Jahren erlernen. Aber die Digitalisierung – die schaffen wir in drei Jahren?

Warum neue Methoden und Innovationsmanagement wichtig sind

Die Digitalisierung ist im Prinzip dazu gedacht, das Unternehmen neu aufzustellen, zu beflügeln und mit einem neuen Spirit zu versehen, der das Unternehmen in die Zukunft trägt. Viele Berufsgruppen werden als Konsequenz verschwinden und durch neue ersetzt werden. Den Sollzustand (oder die Innovation) kennen Unternehmen noch nicht – dieser ist noch zu gestalten, da er vor der Digitalisierung nicht bekannt ist. Und das ist das Dilemma, das jedes Start-Up Unternehmen kennt. Es ist eine Reise ins Ungewisse. Wir kennen das Ergebnis nicht. Und wir werden auf diesem Weg auch einmal scheitern. Aber genau hier versagt normales Management, weil Methoden und Arbeitshaltungen, Werkzeuge und Vorgehensweisen nur für das logistische Bewegen zu einem bekannten Zustand hin taugen.

Daher benötigt das Management nun neue Methoden, damit Wandel, Innovation und Zukunft keine leeren Worthülsen bleiben. Und solange es eine innere Weigerung gibt, wirklich Neues zu lernen und anzuwenden, oder der Mut fehlt, etwas zu erreichen, was mit herkömmlichen (bisherigen) Methoden nicht erreichbar ist, werden diese Unternehmen die Digitalisierung nicht bewältigen. Unternehmen (Unternehmer, Manager) müssen die Angst überwinden, etwas Neues zu beginnen, ohne hundert Jahre Erfahrung als Grundlage. Das Digitalisieren ist kein Projekt, das man mal schnell so „agil“ aufsetzen und umsetzen kann (oder noch besser: „agile“, weil wir uns ja die Sprache des Silicon Valley angeeignet haben). Die digitale Transformation stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Aber innovativ und zukunftsfähig zu sein ist eine Grundhaltung und bedarf neuer, aber erlernbarer Methoden.

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