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Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility, kurz CSR, wird in der deutschen Literatur allgemein mit gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen übersetzt. Die Ursprünge des CSR-Ansatzes reichen bis in das Jahr 1953 zurück. Eine einheitliche Definition des CSR-Begriffs ist jedoch bis heute nicht existent. Die wörtliche Übersetzung von CSR kann unterschiedlich ausgelegt werden. Wird der Begriff ‚social‘ mit sozial übersetzt, so greift an dieser Stelle nur die soziale Verantwortung eines Unternehmens.

Die zweite Möglichkeit ist die Übersetzung mit gesellschaftlich, welche neben sozialer Verantwortung auch die ökologische und die ökonomische Verantwortung mit einschließt. Häufig wird in der Wissenschaft die letztere Auffassung von CSR verwendet. Am weitesten verbreitet ist die Definition der Europäischen Kommission, die CSR als ein Konzept beschreibt, „das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“.

Grundsätzlich existieren zwei gegensätzliche Positionen zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Nach einem eher ökonomischen Verständnis sind Unternehmen ausschließlich für eine optimale wirtschaftliche Ressourcenallokation und einer damit verbundenen Maximierung des Gewinns verantwortlich. Daraus resultiert dann implizit der Beitrag des Unternehmens zum gesellschaftlichen Gemeinwohl. Entgegengesetzt wird argumentiert, dass im Rahmen eines verantwortungsvollen Handelns das Ziel der Gewinnmaximierung zwar durchaus legitim ist, jedoch nur, solange dabei keine Gesetzeslücken ausgenutzt werden, die negative Auswirkungen auf das gesellschaftliche Gemeinwohl haben könnten.

Stakeholder verlangen heutzutage von Unternehmen ein Handeln, das über die Verfolgung ökonomischer Ziele und die Beachtung vorhandener Gesetze hinausgeht. Dabei sind vier Verantwortungsebenen eines Unternehmens entscheidend: ökonomische, rechtliche, ethische und philanthropische Verantwortung. Ein CSR-Konzept sollte allen Ebenen gerecht werden, wobei die ökonomische Verantwortung den Ausgangspunkt der gesellschaftlichen Verantwortung darstellt.

In einer ergänzenden und praktischeren Sichtweise lässt sich die Verantwortung eines Unternehmens in drei wesentliche, konzentrische Bereiche unterteilen: innerer Verantwortungsbereich, mittlerer Verantwortungsbereich und äußerer Verantwortungsbereich. Der innere Verantwortungsbereich beinhaltet die Aspekte Markt und Gesetz. Unternehmen führen ihre geschäftlichen Aktivitäten unter Berücksichtigung gegebener Gesetzmäßigkeiten durch. Die Erfüllung dieser Funktion kann als ‚unfreiwillige‘ CSR bezeichnet werden. Dennoch kann dieser Bereich den CSR-Aktivitäten zugeordnet werden, da Unternehmen Innovationen liefern können, die dem gesellschaftlichen Gemeinwohl letztlich dienen. Der zweite, mittlere Verantwortungsbereich umfasst freiwillige CSR-Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln zeichnet sich entsprechend durch ein freiwilliges, gesetzlich nicht vorgeschriebenes Handeln aus, welches die drei Säulen der Nachhaltigkeit beinhaltet. Bei dem äußeren Verantwortungsbereich handelt es sich ebenfalls um freiwillige CSR. Dieser Bereich umfasst jedoch CSR-Maßnahmen, die außerhalb der eigentlichen unternehmerischen Wertschöpfungskette liegen. Hierzu zählen insbesondere Corporate Citizenship, Philanthropie und Charity.

Im Themengebiet der gesellschaftlichen Verantwortung werden eine Reihe von Begriffen synonym genutzt, die jedoch wichtige inhaltliche Unterschiede aufweisen. Corporate Social Responsibility wird häufig mit den Begriffen Corporate Citizenship und Corporate Sustainability gleichgesetzt, welches zu einer theoretischen und praktischen Konfusion führt. Nachfolgend wird eine Abgrenzung der Begriffe vorgenommen.

Corporate Citizenship (CC) beschreibt die „Gestaltung der Gesamtheit der Beziehungen zwischen einem Unternehmen und dessen lokalem, nationalen und globalem Umfeld“ (Europäische Kommission, 2001: 28). Das Unternehmen übernimmt hierbei die Rolle eines verantwortungsvollen Bürgers und trägt zur Lösung eines konkreten Problems an seinem Standort bei. Die Differenzierung zum CSR-Ansatz besteht darin, dass CC-Aktivitäten über das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens hinausgehen.

Der Begriff Corporate Sustainability (deutsch: unternehmerische Nachhaltigkeit) zielt auf die langfristige Sicherung des sozialen, ökonomischen und ökologischen Kapitals eines Unternehmens ab. Nachhaltige Unternehmen zeichnen sich durch die Erzeugung ökonomischer, ökologischer und sozialer Werte aus. Während das Nachhaltigkeitsmanagement sowohl freiwillige als auch unfreiwillige Aktivitäten umfasst, bezieht sich das CSR-Konzept im Kern auf die freiwilligen, ökologischen und sozialen Aktivitäten eines Unternehmens und kann somit als Teilbereich der Corporate Sustainability verstanden werden. In den letzten Jahren hat sich in der Praxis vieler Unternehmen auch der Gebrauch des Begriffs ‚Corporate Responsibility‘ eingebürgert, der eine generelle gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen darstellen soll. Die Entfernung des Wortes ‚social‘ ist mit der negativen Imagefunktion zu belegen.

Um den langfristigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, gilt es, das Vertrauen der Stakeholder zu gewinnen. Dazu ist es erforderlich, das Konzept des gesellschaftlichen Engagements als strategisches Instrument in die bestehende Unternehmensführung zu integrieren. Insofern sehen Unternehmen „ihr freiwilliges Engagement als Zukunftsinvestition, die letztlich auch dazu beitragen soll, ihre Ertragskraft zu steigern“ (Europäische Kommission, 2001: 3).

Weiterführende Quellen

Europäische Kommission (2001): Grünbuch: Europäische Rahmenbedingungen
für die soziale Verantwortung der Unternehmen, siehe

Zugriff: 18.02.2017

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Synonyms:
CSR
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