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Finanzindizes

Finanzindizes sind Kennziffern, die Veränderungen bestimmter Größen zum Ausdruck bringen. Der Berechnung von Indizes liegt eine einfache Prozentrechnung zugrunde, wobei die Vergleichszahl eines Zeitpunkts auf 100 gesetzt wird. Um Aussagen über solche Ereignisse treffen zu können, greifen Aktienspezialisten auf Aktienindizes zurück. Den einfachen Börsen- Indizes stehen Finanzindizes der Nachhaltigkeit gegenüber. Diese betrachten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Faktoren. Unternehmen werden dorthin unterstützt, ihre Aktivitäten nachhaltiger zu gestalten sowie soziale und umweltpolitische Gesichtspunkte stärker zu berücksichtigen. Nachfolgend werden einige bedeutende Finanzindizes der gesellschaftlichen Verantwortung beschrieben.

Die Dow Jones Sustainability Indizes (DJSI) berücksichtigen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Kriterien. Sie unterscheiden sich sowohl von klassischen Aktienindizes, als auch von rein ökologieorientierten Indizes. Bestimmte Branchen, wie z.B. Glücksspiel, Alkohol, Tabak oder Waffenhandel, werden in den DJSI ausgeschlossen. Zur gewerblichen Nutzung der DJSI sind Lizenzen zu erwerben. Seit der Einführung im Jahr 1999 wurden über 70 Lizenzen an Finanzunternehmen aus 18 unterschiedlichen Ländern verkauft.

Ein weiterer Index der Nachhaltigkeitsindizes ist der FTSE-4-GOOD (Financial Times Stock Exchange). Der ethische FTSE-4-Good Aktienindex berücksichtigt nur soziale Kriterien. Dieser Index wurde mit Unterstützung der UNICEF und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen entwickelt und im Juli 2001 eingeführt. Hier werden Unternehmen ausgewählt, deren Strategien und Praktiken als sozial nachhaltig eingestuft werden. Investoren können mit Hilfe des Zertifikats an der Wertentwicklung teilhaben, ohne jeden einzelnen Wert separat zu kaufen. Das Zertifikat bildet die Gesamtheit der ausgewählten Unternehmen und die Entwicklung an der Börse ab. Außerdem bewertet der Index die Nachhaltigkeitsaspekte von Unternehmen und dient somit Geldanlegern als Entscheidungshilfe.

Im Gegensatz dazu beinhaltet der Natur-Aktien-Index (NAI) keine sozialen Kriterien, sondern ethisch-ökologische Gesichtspunkte der 25 internationalen Unternehmen, die diesem Index angehören. Die ökonomische Qualität findet hier keine Berücksichtigung und somit werden nur Unternehmen ausgewählt, die nach besonders konsequenten Maßstäben als erfolgreiche Öko-Pioniere gesehen werden. Der Index gilt somit als Orientierung für ökologische Geldanlagen und wurde 1997 eingeführt. Eine Mischung aus den beiden zuvor erwähnten Indizes beinhaltet der Domini 400 Social Index. Diesem Index, der im Mai 1990 eingeführt wurde, gehören über 400 öffentlich gehandelte Unternehmen an, die bestimmte Standards der sozialen und ökologischen Qualität erfüllen. Als potenzielle Unternehmen des Domini 400 Social Index werden Wirtschaftssubjekte gehandelt, die großen Wert auf die Punkte Menschlichkeit, Mitarbeiterbeziehungen, Produktsicherheit und Umweltschutz legen. Unternehmen, die gewerblich in Kontakt mit Alkohol, Tabak, Waffen, Glücksspiel oder Kernenergie stehen, werden automatisch ausgeschlossen.

Dieses Glossar wird laufend aktualisiert. Hier geht es zum Index: Glossar
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