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Human Resource Management

Human Resource Management, kurz HRM, beschäftigt sich mit der Erschließung, Pflege und Entwicklung von Humankapital bzw. den Humanressourcen eines Unternehmens. Die gesamte, im Unternehmen zur Verfügung stehende, menschliche Arbeitskraft wird betrachtet. Da das HRM das ganze Unternehmen umfasst, ist es sehr vielschichtig. Beschreibt man es als die Politik, die Methoden und die Systeme eines Unternehmens, die einen Einfluss auf das Verhalten, die Einstellungen und die Leistung eines Mitarbeiters haben, so fallen in den Bereich des HRM die Analyse des Bedarfs, die Gestaltung von neuen Arbeitsplätzen auf Grundlage des Bedarfs, das Recruiting bzw. die Akquisition neuer Mitarbeiter sowie die Auswahl, die Weiterbildung bzw. das Training.

Auch Performance Managing, Human Resource Planung und Change Management gehören in den Bereich des HRM. In der Vergangenheit hat sich das HRM von der reinen Personalverwaltung hin zu einem erfolgskritischen Faktor für das Unternehmen weiterentwickelt. In einigen betriebswirtschaftlichen Texten wird das Humankapital auch mit den sonstigen Ressourcen eines Unternehmens, wie Maschinen oder natürlichen Rohstoffen, vom Wert her auf eine Ebene gehoben. Diese Definition muss aus ethischer Perspektive zumindest kritisch hinterfragt werden.

Beim HRM herrscht insbesondere die Problematik des Controllings vor. Es ist immer noch schwierig ähnlich anerkannte Indikatoren für Humanressourcen einzusetzen wie für die klassischen Unternehmenskennzahlen. Das HRM wird wesentlich von externen und internen Faktoren beeinflusst. Die externen Faktoren Recht, Wirtschaft und Konjunktur, Technologie und Soziokultur lassen sich nur eingeschränkt beeinflussen. Somit sind eher strategische Veränderungen der internen Faktoren notwendig, um über längerfristige Zeiträume das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Die interne Seite wird durch die Unternehmensstrategie, -struktur und -kultur charakterisiert. Folglich besteht zwischen dem HRM und der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen eine enge Verbindung.

In der postindustriellen Gesellschaft sind Mitarbeiter von elementarer Bedeutung. Diese schaffen neben dem Design, der Konstruktion und Fertigung materieller Werte insbesondere durch ihr Wissen und ihre Leistungen auch immaterielle Werte, die für Wirtschaftsstandorte entscheidend sind. Als Beispiel kann der an natürlichen Ressourcen arme Wirtschaftsstandort Deutschland aufgezählt werden, der vor allem von der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Mitarbeiter lebt. Eine Integration gesellschaftlicher Verantwortung in die Unternehmenskultur führt zu einer Optimierung der Leistung der Mitarbeiter. Sie kann dazu beitragen, dass die Kompetenzen der Mitarbeiter erweitert werden (z.B. Corporate Volunteering), die Fluktuation von Mitarbeitern und die Krankheitsquote zurückgeht (z.B. durch ein besseres Gesundheitsmanagement) und die allgemeine Arbeitszufriedenheit steigt. Während der konventionelle HRM Ansatz diese Aspekte allerdings kaum wahr nimmt, gehen Ansätze der werteorientierten Unternehmensführung oder die Business Values um einiges weiter und versuchen den individuellen Wert sowie den Mehrwert eines Mitarbeiters für das Unternehmen zu erfassen und darzustellen.

[Glossar-Abbinder]

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