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Humankapital

Unter Humankapital versteht man in der Ökonomie die Wissensbestandteile in den Köpfen der Mitarbeiter. Die Bereitstellung dieses Humankapitals, indem Unternehmen ihre Mitarbeiter zur Verrichtung gemeinnütziger Aufgaben in Non-Profit-Organisationen freistellen (Corporate Volunteering), ist ein Instrument des Corporate Citizenships. Mit diesem Instrument zeigen die Unternehmen ihre moralische Verantwortlichkeit gegenüber der Gesellschaft. Sie unterstützen ihre Mitarbeiter dabei, sich ehrenamtlich zu engagieren und fördern ein positives Image des Unternehmens.

Der Begriff Humankapital ist dabei jedoch kritisch zu betrachten. Im Gegensatz zu Sachkapital ist Humankapital nicht verkäuflich (eine Verzinsung demnach nicht möglich). Weiterhin kann Humankapital in ihrem ‚Wert‘ differenzieren: Der Gesundheitszustand, die Qualität der Erziehung und das lebenslange Lernen sind in die Analyse des Humankapitals einzurechnen. Auch die ethische Komponente einer Bezeichnung von Menschen als Kapital ist kritisch zu beleuchten. Das Einsetzen von Humankapital im Kontext von CC hat sowohl auf Seiten der Organisation als auch aus Sicht der Mitarbeiter einen positiven Nutzen.

Unternehmen nutzen dieses Instrument meist als vertrauensbildende Maßnahme und erkennen einen positiven Effekt für das innerbetriebliche Klima, da sich das den Mitarbeitern entgegengebrachte Vertrauen positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkt. Die Mitarbeiter können eine gesellschaftlich sinnstiftende Arbeit ausführen und damit auch mehr Abwechslung in ihren Arbeitsalltag bringen. Diese Faktoren führen zu einer Steigerung der Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.
Abgesehen von innerbetrieblichen Vorteilen, wird dieses Instrument auch von Unternehmen genutzt, um sich nach außen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und die Personalrekrutierungschancen zu verbessern.

In Zeiten, in der die Arbeitszeit einen großen Teil des Tages ausmacht, wird es für die Mitarbeiter immer wichtiger, sich in ihrem Unternehmen wohl zu fühlen. Daher sind Unternehmen, die als mitarbeiterfreundlich gelten, den Mitarbeitern Vertrauen entgegenbringen und sich sozial engagieren in den Augen der Arbeitnehmer attraktive Arbeitgeber. Die Mitarbeiter sehen nicht nur einen Sinn in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, sie erwerben auch zusätzliche Qualifikationen. Je nach Bereich des Engagements wird unterstellt, dass Unternehmensmitarbeiter beispielsweise im Bereich sozialer Kompetenz gefördert werden. Jedoch ist es entscheidend, welche Art von Arbeit verrichtet wird.

Das Corporate Volunteering sollte Kompetenzen speziell fördern, d.h. die Arbeit sollte auf eine gezielte Verbesserung der Fähigkeiten der Mitarbeiter abzielen. Eine Säuberung eines Kinderspielplatzes bzw. das Streichen von Kindergärten muss zumindest kritisch bezüglich der Wirkung einer Steigerung individueller Fähigkeiten hinterfragt werden.

Dieses Glossar wird laufend aktualisiert. Hier geht es zum Index: Glossar
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