Navigation

Nachhaltige Entwicklung

Ursprünglich stammt der Begriff ‚Nachhaltige Entwicklung‘, englisch Sustainable Deveund Nachhaltigkeitsziele SDGslopment, aus der mitteleuropäischen Forstwirtschaft zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Das Grundprinzip war, nur so viel Holz zu schlagen, wie es durch Neupflanzungen nachwachsen kann. Bekannt wurde der Begriff der nachhaltigen Entwicklung 1987 im Bericht der ‚World Commission on Environment and Development‘, welche 1984 durch das ‚United Nations Environment Programm‘ (UNEP) anberaumt wurde. Im Jahr 1992 fand in Rio de Janeiro eine Konferenz statt, die die Agenda 21 mit dem Begriff der nachhaltigen Entwicklung verabschiedete. Ein erneuter Weltgipfel zur nachhaltigen Entwicklung (‚World Summit on Sustainable Development‘, WSSD) erfolgte 2002 in Johannesburg.

Aufgrund unterschiedlicher Interessen, Naturverständnisse und Werthaltungen gibt es keine eindeutige Definition für nachhaltige Entwicklung. Nach dem Brundtland-Bericht ist die nachhaltige Entwicklung „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen”. Daher bedeutet nachhaltige Entwicklung auch die Verantwortungsübernahme nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den Generationen. Sie verlangt eine Einsicht in soziale, ökonomische und ökologische Grenzen der Erde.

Nachhaltige Entwicklung ist in diesem Sinne ein gesellschaftspolitisches Leitbild, das sich auf die internationale Umwelt- und Entwicklungspolitik bezieht. Es ,,ist ein Leitbild für alle Gesellschaften (internationale Gerechtigkeit), für heutige ebenso wie für zukünftige (inter- und intragenerationelle Gerechtigkeit) sowie für alle Menschen in Beziehung zu ihrer natürlichen Umwelt (ökologische Gerechtigkeit)”. Lebt die jetzige Generation in dem Maße, dass alle zukünftigen Generationen die gleichen Entwicklungschancen haben wie die jetzige, handelt es sich um die intergenerationelle Gerechtigkeit. Eine intragenerationelle Gerechtigkeit liegt vor, wenn alle Menschen auf der Welt die gleichen Entwicklungschancen haben. Dies ist unabhängig von ihrer Herkunft und dient dem Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, wobei ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen einheitlich betrachtet werden sollen (integrativer Aspekt).

Hieraus leiten sich drei zentrale Nachhaltigkeitsgrundsätze ab, und zwar vom Einkommen zu leben und nicht vom Kapital sowie kurz- und langfristige Aspekte als auch ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in die Entwicklung zu integrieren. Dieser Zusammenhang wird oftmals durch ein Drei-Säulen-Modell dargestellt, welches eine ökologische, ökonomische und soziale Komponente beinhaltet. Somit steht die nachhaltige Entwicklung für soziale Gerechtigkeit, Erhaltung des Ökosystems sowie ökonomische Gleichmäßigkeit. Zwei Hauptaspekte sind die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt und die Verfolgung eines Entwicklungsmusters, das die Verfügbarkeit der endlichen Naturressourcen für zukünftige Generationen sichert. Das heißt, es ist wichtig, die Lebensbedingungen bzw. die ökologischen Systeme zu erhalten und die Ressourcenverfügbarkeit zu sichern, die gleichzeitig soziale Konfliktpotenziale reduzieren.

Zudem gibt es bestimmte Regeln zur Umsetzung dieser Ziele. Die Abbauregel besagt, dass die Nutzungsrate erneuerbarer Ressourcen nicht die Regenerationsrate dieser übersteigen darf. Die Substitutionsregel besagt, dass die Nutzungsrate nicht-erneuerbarer Ressourcen nicht über die Aufbaurate erneuerbarer Ressourcen steigen darf. Bei der Assimilationsregel darf die Schadstoffemissionsrate nicht die Kapazität zur Schadstoffabsorption überschreiten und mit Hilfe der Risikoregel sind bestehende Risiken bzw. Gefahren für die Menschen und die Umwelt zu vermeiden. Wenn das Zeitmaß anthropogener Umwelteingriffe in einem ausgewogenen Verhältnis zum Zeitmaß der für das Reaktionsvermögen der Umwelt relevanten natürlichen Prozesse steht, ist die Erhaltungsregel gemeint.

Unternehmerische Leitbilder einer nachhaltigen Entwicklung sind zum einen durch ökologischen und ökonomischen Wandel gekennzeichnet. Einst wurde in Betrieben energie- und materialverschwenderisch produziert und nur nachsorgender Umweltschutz betrieben. Heutzutage versucht man energie- und materialeffiziente Produkte herzustellen als auch vorsorgenden Umweltschutz auszuüben. Insgesamt orientiert man sich mehr an der Natur und versucht diese nachhaltig zu nutzen, anstatt sie zu beherrschen oder zu verbrauchen. Andererseits wird die nachhaltige Entwicklung durch eine soziale Komponente geprägt, die den vorsorgenden Schutz der menschlichen Gesundheit, die Gerechtigkeit, die Sicherung der Demokratie, die Sicherung der Möglichkeiten zur Partizipation am materiellen Wohlstand und die Chancengleichheit als Ziele anstrebt.

Weiterführende Quellen
Rat für Nachhaltige Entwicklung, www.nachhaltigkeitsrat.de
Bund Nachhaltigkeitsziele SDGs http://www.bmub.bund.de/themen/nachhaltigkeit-internationales/nachhaltige-entwicklung/2030-agenda/

Dieses Glossar wird laufend aktualisiert. Hier geht es zum Index: Glossar
Synonyms:
Sustainable Development
Comments are closed.