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Ökoeffizienz

Die Herausforderung der Ökoeffizienz besteht darin, mit geringerem Ressourceneinsatz den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung für den Kunden zu maximieren und gleichzeitig durch die Ressourceneinsparung die Umwelt zu schonen. Die Minimierung der Material- und Energieintensität von Produkten und Dienstleistungen, die Steigerung ihrer Recyclingfähigkeit, als auch die Maximierung des Gebrauchs erneuerbarer Ressourcen sind messbare Indikatoren, die als Ziele ins Management mit einbezogen werden können. Als Managementansatz fördert die Ökoeffizienz die Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen. Dabei stellt die Kombination von Ökonomie und Ökologie keinen Widerspruch dar, sondern ist vielmehr ein Gewinn für das Unternehmen und die Umwelt. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte der Ressourceneinsatz hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen soweit gesenkt werden, dass für den gesamten Lebenszyklus der Güter und Dienstleistungen eine Übereinstimmung mit der voraussichtlichen Belastbarkeit der Erde besteht.

Die Realisierung der Ökoeffizienz benötigt neben den technologischen Veränderungen ebenso einen tiefgreifenden Wandel hinsichtlich unternehmerischer Aktivitäten, der schwieriger zu realisieren ist. Es existiert eine Reihe von Methoden zur Bewertung der Ökoeffizienz, die auch zur Bewertung einzelner Nachhaltigkeitsaspekte genutzt werden können. Eine dieser Methoden ist die Ökobilanz, englisch Life Cycle Assessment, kurz LCA. Mit Hilfe der Ökobilanz können einerseits Umweltwirkungen von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen bewertet werden, andererseits wird die mit dem Produkt oder der Dienstleistung verbundene Umweltwirkung bewertet. Darüber hinaus existieren für die Bewertung weitere Methoden, wie das ‚Life Cycle Management‘, das ‚Life Cycle Costing‘, das ‚Design for Environment‘ und die Ökoeffizienz-Analyse, die nachfolgend erklärt wird.

Als erstes Unternehmen der chemischen Industrie hat BASF die Methode der Ökoeffizienz-Analyse entwickelt, mit der bis heute mehr als 400 Produkte und Herstellungsverfahren untersucht wurden. Mit Hilfe dieser Analyse werden die Kosten und Umweltwirkungen der beschriebenen Prozesse ganzheitlich betrachtet, um die Nachhaltigkeit der Produkte zu ermitteln. Die Analyse erfolgt bei Produkten und Herstellungsverfahren anhand ihres Lebensweges von der ‚Wiege bis zur Bahre‘. Als Gegenstand der Analyse umfasst die Methode sowohl die Ausgangsstoffe und Produkte, die andere Zulieferer erbringen, als auch das Gebrauchsverhalten der Endabnehmer hinsichtlich der Möglichkeiten der Wiederverwendung und Entsorgung von Produkten. Die Ökoeffizienz-Analyse basiert auf den Normen der ISO 14040 und 14044 für ökologische Bewertungen.

Das Spannungsverhältnis zwischen Ökoeffizienz und Nachhaltigkeit kann durch die steigende Zahl an ökoeffizienten Unternehmen einerseits und dem Wachstum der Weltbevölkerung sowie der Expansion der Wirtschaft und Industrie andererseits beschrieben werden, wodurch sich die Ressourcengrundlage der Erde verschlechtert. An dieser Stelle müssen sich die Unternehmen mit Fragestellungen auseinander setzen, wie sie den umweltbewussten Gebrauch, die Pflege und die Entsorgung der Produkte durch den Konsumenten unterstützen können. An dieser Stelle greifen die Verbesserungsvorschläge zur Ökoeffizienz zu kurz.

Im Zusammenhang der Ökoeffizienz sind abschließend zwei wichtige Konzepte zu nennen: das Faktor-4-Konzept und die Faktor-10-Strategie. Ernst Ulrich von Weizsäcker beschreibt eine allgemeine Formulierung eines Faktors 4, der den Reduzierungsfaktor für den Rohstoffverbrauch angibt. Andere Autoren sehen einen höheren Reduzierungsfaktor als notwendig. In diesem Zusammenhang bedeutet Faktor 10 eine Reduzierung des Rohstoffverbrauchs auf ein Zehntel. Diese Strategie, die von Friedrich Schmidt-Bleek vertreten wird, bedarf eines fundamentalen Wandels unserer Denk- und Handlungsweisen.

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