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Profitmaximierung

Profitmaximierung ist eine ursprüngliche Verhaltensannahme, nach der das Ziel in der Betriebswirtschaft die Erzielung einer möglichst großen Differenz aus Betriebserlösen und -kosten einer Periode ist. Obwohl das Gewinnziel in der Praxis nach wie vor eine dominante Kenngröße (neben z.B. der Höhe des Umsatzes und des Marktanteils) für die Bemessung unternehmerischen Erfolges ist, sollte der Gewinn weniger als ein zu maximierender Wert als vielmehr ein Satisfizierungswert gesehen werden.

Dies hat zum einen den Grund, dass betriebliche Gewinnfunktionen in der Realität aufgrund von Prognosen, Entscheidungen unter Unsicherheit, Externalitäten u. ä. nur näherungsweise bestimmt werden können und somit eine ‚Maximierung‘ per se ausgeschlossen ist. Zum anderen sollte der Aspekt der nachhaltigen Markteilnahme für Unternehmen von zentraler Bedeutung sein. Dazu gehören neben Investitionen, die den Gewinn für spätere Perioden erhalten, auch solche, die auf den Erhalt von ökologischem Gleichgewicht sowie sozialer Gerechtigkeit abzielen. Die mitunter vorrangigen Erhaltungs- und Wachstumsziele sollten Aspekte von Corporate Social Responsibility einschließen, um nachhaltig eine möglichst gute Grundlage für die unternehmerische Tätigkeit zu schaffen. Hierzu gehören die Vermeidung der Verschwendung natürlicher Ressourcen, die Reduzierung von Emissionen, die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der alternativen Energiegewinnung und -verwertung ebenso wie Bemühungen um interne und externe soziale Gerechtigkeit.

Demnach stellt eine strategische Verankerung der Profitmaximierung im Zusammenspiel mit unternehmerischer Verantwortung inzwischen eine besondere Herausforderung dar. Einerseits steht eine optimalen Befriedigung von Kundenbedürfnissen, der Schutz von langfristigen Shareholder-Interessen, aber auch die Erhöhung der Attraktivität des Unternehmens für potentielle Arbeitnehmer im Fokus unternehmerischen Handelns. Andererseits können Unternehmen ethisch begründete Wertschöpfungsideen durch innovative und sozial-ökologisch nachhaltige Produktions- und Organisationsprozesse in der Wertekette realisieren. Das Erschließen neuer Märkte soll so unterstützt werden. Durch gezielte Marketingmaßnahmen kann der Mehrwert der Güter für die Abnehmer hervorgehoben, eine positive Imageverbesserung und letztlich eine höhere Marktleistung erzielt werden.

Die Hypothese, Ausgaben für den Bereich CSR seien gewinnmindernd und schränken den monetären Erfolg ein, ist als falsifiziert anzunehmen. Versprechen sich Unternehmen beispielsweise Erfolg davon, Kostensenkungspotentiale durch die Investition in Ländern mit geringen Umwelt- und Sozialstandards auszuschöpfen, so greift diese Denkweise zu kurz. Es ist „anzuzweifeln, ob ein solches Verhalten einen nachhaltigen Bestand des Unternehmens sichert. Es ist umgekehrt sogar damit zu rechnen, dass die Ignoranz von Nachhaltigkeits-Prinzipien sich langfristig nachteilig auf die Unternehmensentwicklung auswirken wird“.

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