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Selbstverpflichtung

Die Übernahme sozialer Verantwortung von Unternehmen im Rahmen des CSR-Konzeptes steht im engen Zusammenhang mit der freiwilligen Selbstverpflichtung zu gesellschaftlich verantwortlichem Handeln. Unternehmensverantwortung wird dabei nicht als Ersatz für gesetzliche Regelungen verstanden, sondern vielmehr ist es die freiwillige unternehmerische Selbstverpflichtung, durch sozialverträgliches Handeln, einerseits die bestehende gesetzliche Forderungen einzuhalten, aber auch darüber hinausgehende Zielsetzungen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Ökologie und Soziales zu verwirklichen.

Unter freiwilliger Selbstverpflichtung werden einseitig abgegebene Erklärungen von Unternehmen oder Wirtschaftsverbänden verstanden, die rechtlich keinen bindenden Charakter haben. Im Zuge freiwilliger Selbstverpflichtung orientieren sich Unternehmen daher vielmehr an moralischen Werten sowie an gesellschaftlichen Normen, die über staatliche Gesetze hinausgehen. Eine Form von freiwilliger Selbstverpflichtung stellen Verhaltenskodizes (‚Codes of Conduct‘) dar, die wichtige Leitsätze und Empfehlungen für sozialverträgliches Unternehmerverhalten beinhalten und den sozial verantwortlichen Wirtschaftsbetrieben zur Unterstützung und Umsetzungen ihrer CSR-Strategien dienen. Ein Verhaltenskodex beinhaltet eine Ansammlung von Verhaltensweisen, die im Gegensatz zu Regelungen, die jeweilige Zielgruppe nicht rechtsverbindlich in die Pflicht nehmen.

Negative Globalisierungsfolgen und Unternehmensskandale, die an die Öffentlichkeit gelangen, haben verstärkt zur Forderung nach freiwilliger Selbstverpflichtung der Wirtschaftsbetriebe zu sozial und ökologisch verträglichem Handeln geführt. Um das Unternehmensimage zu verbessern und negativen Verbraucherreaktionen vorzubeugen, fügen sich immer mehr Unternehmern dem wachsenden Druck der Zivilgesellschaft und verpflichten sich, freiwillige Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Umweltaspekte zu bewirken. Die Auffassung von Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsverbänden in Bezug auf die Verbindlichkeit von Selbstverpflichtung sind kontrovers. Für die Wirtschaftsverbände steht die Freiwilligkeit der Corporate Social Responsibility im Vordergrund, daher wird ein Engagement nur dann akzeptiert, wenn es von den Unternehmen auf freiwilliger Basis übernommen wird. Nichtregierungsorganisationen werfen der Wirtschaft Profitmaximierung auf Kosten der gesellschaftlichen Verantwortung vor und fordern eine verpflichtende Übernahme von CSR-Strategien.

Freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen kann durchaus zur Verbesserung der Einhaltung von Menschenrechten, Arbeits- und Sozialstandards beitragen, da alle Teilnehmer entsprechend ihrer Zusage die Einhaltung gewährleisten müssen. Die Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit der Unternehmen hängt dabei entscheidend davon ab, inwieweit die ordnungsgemäße Überwachung von freiwilliger Selbstverpflichtung erfolgt. In diesem Zusammenhang kann die Überprüfung durch Stakeholder oder Nichtregierungsorganisationen eine erfolgreiche Umsetzung gewährleisten.

Weiterführende Quellen
Europäisches Parlament (2007): CSR: Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft
und ihre Grenzen, http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?language=de&type=IM-PRESS&reference=20070314STO04227

Zugriff: 19.02.2017

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