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Social Entrepreneurship

Der von Bill Drayton (Gründer von ‚Ashoka‘) geprägte Begriff Social Entrepreneurship wird in der deutschen Literatur mit Sozialunternehmertum übersetzt. Der Begriff lässt sich in die beiden Wortbestandteile social – sozial – und Entrepreneur(ship) – Unternehmer(tum) – zerlegen. Das französische Wort Entrepreneur wurde vor ca. 200 Jahren von dem Nationalökonomen Jean-Baptiste Say geprägt und bezeichnet einen Wirtschaftsakteur, „der Wirtschaftsressourcen aus Bereichen geringerer Produktivität [herausnimmt] und sie an anderer Stelle [nutzt], wo sie höhere Produktivität und Erträge erzielen“. Ein Entrepreneur erzeugt somit durch seine unternehmerische Produktivität Werte. Das Attribut sozial bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf das Beheben sozialer Missstände, sondern vielmehr auf das Beheben zivilgesellschaftlicher Probleme.

Social Entrepreneurs sind Menschen, die die Ursache für ein gesellschaftliches, bisher ungelöstes Problem erkennen und auf dieses mit einer innovativen Lösung reagieren. Sie setzen sie sich mit unternehmerischem Engagement für eine Verbesserung der gesellschaftlichen Strukturen und einen gesellschaftlichen Wandel ein. Social Entrepreneurship beschreibt demnach einen unternehmerischen Ansatz, der darauf abzielt, ein gesellschaftliches Problem nachhaltig zu lösen.

Der Social Entrepreneur unterscheidet sich in seiner Grundausrichtung in einigen Merkmalen von einem klassischen Business Entrepreneur. Während bei einem Business Entrepreneur die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, bewegt sich der Social Entrepreneur in seiner Ausrichtung zwischen traditionellen, gewinnorientierten Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. Denn einerseits schafft er mit seiner Geschäftsidee einen möglichst großen gesellschaftlichen Nutzen, und geht andererseits dabei gewinnorientiert vor. Der Social Entrepreneur setzt sich insbesondere dort ein, wo ein gesellschaftliches Bedürfnis weder vom Markt noch durch staatliche Leistungen befriedigt wird.

Bei der Zielgruppe des Social Entrepreneurs handelt es sich meist um Menschen mit geringer oder keiner Kaufkraft. Im Gegensatz zum Wirkungsfeld des Business Entrepreneurs, das sich durch eindeutige Preise und Produkte auszeichnet, existieren entsprechend für den Social Entrepreneur häufig keine funktionierenden Märkte. Dennoch schaffen beide Entrepreneure Werte, aber mit dem Unterschied, dass sich die Wirkung des Social Entrepreneurs kaum operationalisieren lässt. Das Handlungsfeld des Social Entrepreneurs ist sehr vielfältig und kann sich beispielsweise auf die Entwicklung von Lösungskonzepten gegen Armut oder Diskriminierung, für verbesserte Bildungsstandards oder Gesundheitssysteme beziehen.

Social Entrepreneurship hat in den letzten 30 Jahren weltweit zunehmend an Bedeutung gewonnen, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass politische Barrieren, die eine soziale Reform oftmals verhinderten, nun aufgelöst worden sind. Das Konzept des Social Entrepreneurs wird derzeit insbesondere durch die drei großen Organisationen ‚Ashoka‘, ‚Skoll Foundation‘ und ‚Schwab Foundation‘ gefördert.

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