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Social Return on Investment

Der ‚Social Return on Investment‘ (SROI) ist ein Ansatz zur Bewertung und Messung des geschaffenen finanziellen und vor allem sozialen Mehrwerts. Es werden Investitionen und Erträge gegenübergestellt, um unternehmensbezogene Messzahlen für das Verhältnis von Investitionen zu gesellschaftspolitisch relevanten Rückflüssen zu erstellen. Die Frage, was mit dem investierten Kapital eines Unternehmens geschieht, soll erörtert werden, indem Aussagen über das Unternehmen getroffen werden. Dadurch entsteht eine wachsende Rechenschaftspflicht und Verantwortung auf Seiten der Unternehmer. Im Vordergrund steht hierbei die soziale, sozialökonomische und ökologische Komponente. Die SROI-Analyse ist dementsprechend eine Methode, die ökologische, soziale und öffentlich-wirtschaftliche Wertschöpfung von Organisationen neben der finanziellen Wertschöpfung misst.

Investoren, Manager von Finanzierungsprogrammen und politische Mandatsträger können die SROI-Analyse anwenden. Sie basiert auf alternativen Ansätzen, die über nicht-finanzielle Werte Aufschluss geben. Die Werte dieser Indikatoren „werden anschließend zu einem konstanten Nettowert umgerechnet und durch den Betrag der finanziellen Investition geteilt, was das Resultat des ‚social return on investment‘ (gesellschaftlicher Ertrag) ergibt“. Somit erstattet die Methode einen Bericht über die Wertschöpfung, welche sich nachhaltig auf die Gesellschaft auswirkt. Die Messung dieser Wertschöpfung erfolgt durch das Relationsverhältnis von erwirtschafteten sozioökonomischen Erträgen zu investiertem Kapital. Dabei muss zwischen der SROI-Zahl und der SROIAnalyse unterschieden werden. „Letztere umfasst:

  1. Informationen über den Prozess, mit dem die Zahl berechnet wurde,
  2. Kontextinformationen zur genauen Interpretation der Zahl selbst und
  3. ergänzende nicht-finanzielle soziale Werte und Informationen über Inhalt und Kontext.

Der SROI-Berechnungsmethode liegen sechs Schritte zugrunde. Der erste Schritt ist die Berechnung des betriebswirtschaftlichen Unternehmenswerts. Ausgangspunkt hierfür ist die prognostizierte Cashflow-Berechnung der Organisation. Es wird meistens von einem zu prognostizierenden Zeitraum von zehn Jahren ausgegangen. Obwohl Prognosen stets mit Schätzungen verbunden sind, bieten die Entwicklungen und Zahlen aus der Vergangenheit eine gute Basis für Prognosen. Weiterhin müssen die Barwerte berechnet werden, dies geschieht durch Abzinsen der Cashflow-Prognosen zum heutigen Gegenwert. Die Summe sämtlicher Barwerte ergibt den Unternehmenswert zum Zeitpunkt t0. Der zweite Schritt ist die Berechnung des sozialen Unternehmenswertes.

Die Berechnung selbst ist der vorherigen Berechnung des betriebswirtschaftlichen Unternehmenswerts ähnlich. Die Ersparnisse für die öffentliche Hand addiert mit den neu entstandenen Steuereinnahmen werden den Kosten für soziale Arbeit gegenübergestellt und für künftige Betrachtungsperioden prognostiziert. Wie im Schritt zuvor, werden sie für jede Betrachtungsperiode abgezinst und summiert. Die Berechnung des gemischten Unternehmenswertes ist der dritte Schritt. Hier wird der Unternehmenswert mit dem sozialen Unternehmenswert addiert, um den gemischten Unternehmenswert zu erhalten. Der vierte Schritt ist die Berechnung des Unternehmensertrags. Soziale Organisationen und Projekte verfügen in der Startphase in der Regel über geringe Erfahrungen hinsichtlich sozialer Effekte. Daher empfiehlt sich die Berechnung des ‚Return on Investments‘ (ROI) und SROI bei bereits laufenden Projekten bzw. Organisationen.

Diese Zahlen werden dann zum heutigen Tage aufgezinst. Hierzu wird ein gemischter Zinssatz verwendet. Die Summe der aufgezinsten Investitionen wird relational zum betriebswirtschaftlichen Unternehmenswert gesetzt. Die Ertragskennzahl des ROIs beschreibt die finanzwirtschaftliche Performance eines sozialen Unternehmens unter der Berücksichtigung des investierten Kapitals. Man erhält den ROI durch Dividieren des Unternehmenswerts durch die bisherigen Investitionen. Die Berechnung des ROI der sozialen Zielsetzung ist der fünfte Schritt. Fundament der Berechnung ist das Heranziehen aller bisherigen Investitionen. Der ROI der sozialen Zielsetzung zeigt die in Geld ausgedrückten sozialen Auswirkungen bezogen auf die dafür notwendigen Investitionen. Die Berechnungsmethode ist exakt die gleiche wie im vierten Schritt; der soziale Unternehmenswert wird durch die bisherigen Investitionen dividiert. Im sechsten und letzten Schritt werden alle sozio-ökonomischen Erträge durch alles bisherigen Investitionen dividiert.

Dieses Glossar wird laufend aktualisiert. Hier geht es zum Index: Glossar
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