Navigation

Stakeholder

Der Begriff Stakeholder wird aus dem englischen Wort ‚Stake‘ abgeleitet, welcher so viel wie Anspruch bzw. Interesse bedeutet. Demnach werden als Stakeholder bestimmte Anspruchs- oder Interessengruppen von Unternehmen bezeichnet. Stakeholder können einzelne Akteure, Gruppierungen oder Organisationen sein, die die unternehmerischen Aktivitäten beeinflussen oder von ihnen beeinflusst werden.

Jedes Unternehmen hat interne und externe Stakeholder. Zu den internen Anspruchsgruppen eines Unternehmens zählen u.a. Mitarbeiter, Eigentümer und Führungskräfte. Bei den externen Stakeholdern wird zwischen marktlichen Anspruchsgruppen, wie Kunden oder Geschäftspartnern, und nicht-marktlichen, wie Aktivisten oder Medien, unterschieden. Die verschiedenen Stakeholder eines Unternehmens stellen jeweils in unterschiedlicher Weise, aus unterschiedlichen Gründen und in unterschiedlicher Stärke, Ansprüche an ein Unternehmen. Sie bilden somit das soziale Umfeld eines Unternehmens, in dem dieses handelt und mit dem es in Interaktion tritt.

Die Einbeziehung bzw. Vernachlässigung der Stakeholder und deren Erwartungen in die Unternehmensentscheidungen können den Unternehmenserfolg positiv bzw. negativ beeinflussen. Werden Erwartungen der Stakeholder, wie z.B. die Forderung nach fairen Arbeitsbedingungen, vernachlässigt, kann dies einige Risiken und Gefahren für das Unternehmen bewirken. Als Beispiele gelten u.a. Kundenboykotts, mangelnde Motivation seitens der Mitarbeiter, negative Berichterstattungen in den Medien sowie Misstrauen und Enttäuschungen seitens der Kunden oder Shareholder. Eine positive Beziehung zu allen relevanten Stakeholdern (durch Stakeholder Management) unterstützt hingegen das Unternehmen dabei, ein gutes Image aufzubauen
und in Krisenzeiten mögliche Risiken gering zu halten. Das Ansehen eines Unternehmens hängt daher von der Fähigkeit ab, Werte für sich und seine Interessensgruppen zu schaffen und diese in der Öffentlichkeit zu repräsentieren.

Der langfristige Erfolg eines Unternehmens ist folglich davon abhängig, wie gut die Interessen der Unternehmen mit denen der Stakeholder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Einführung von Corporate Social Responsibility (kurz CSR) hilft, dieses Gleichgewicht herzustellen. Werden entsprechende Maßnahmen und Strategien in Wechselwirkung mit den Stakeholdern eines Unternehmens in dessen Unternehmensaktivitäten integriert, so kann ein Unternehmen, beispielsweise durch die Übernahme sozialer Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufbauen und damit Kundenloyalität erzielen, Mitarbeiter motivieren und die Basis für Kooperationen mit der Politik schaffen. Unternehmen können also durch die Übernahme bestimmter gesellschaftlicher moralischer Erwartungen ihres sozialen Umfelds ihre Legitimität und damit auch ihre Reputation erhöhen.

Dieses Glossar wird laufend aktualisiert. Hier geht es zum Index: Glossar
Comments are closed.