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Think Tank

Der Begriff Think Tank, zu deutsch Denkfabrik, entstand in den USA während des Zweiten Weltkrieges. Während des Krieges dachten (‚think‘) Experten an abhörsicheren Orten (‚tanks‘) über militärische Strategien und Taktiken nach; in den späteren Jahrzehnten blieben diese Strategien nicht nur auf sicherheitspolitische Problemlösungen beschränkt. Heute sind die Denkfabriken praxisorientierte Forschungsinstitute, die aus privater oder öffentlicher Hand finanziert werden und dem Dritten Sektor zuzuordnen sind. Sie sind vom System der politischen Entscheidungen nicht abhängig, versuchen allerdings Einfluss auf den Entscheidungsprozess auszuüben. Dabei liefern sie wissenschaftliche Lösungsansätze und Empfehlungen für praktische Probleme in nahezu allen Bereichen der Politik.

Generell lassen sich Think Tanks in Deutschland in spezielle Typen kategorisieren. Diese sind akademische Beratungs- und Wirtschaftsforschungsinstitute, parteinahe Stiftungen, praxisorientierte Institute der Sozial-, Umwelt- und Technikforschung und Stiftungen, die über die Politikberatung hinaus auch Lösungsstrategien für gesellschaftliche Probleme liefern. Hinzuzuzählen sind noch advokatorische Think Tanks, die eine Anwaltschaft für gesellschaftliche Interessen übernehmen, sich zu konkreten politischen Ideen bekennen und sich selbst als Ideenmakler verstehen. Schließlich existieren noch zahlreiche privatwirtschaftliche Unternehmen, die sich auf Politikberatung verstehen und ähnliche Leistung wie Think Tanks anbieten.

Die Arbeit der Think Tanks umfasst dabei ganz unterschiedliche Themenbereiche aus Gesellschaft und Wissenschaft. Auch CSR ist inzwischen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Das ‚Institut für ökologische Wirtschaftsforschung‘ (IÖW) konzentriert sich auf das nachhaltige Wirtschaften und vereint die Themen Ökologie und Ökonomie. So ist die nachhaltige Unternehmensführung ein zentraler Schwerpunkt des Instituts, das von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird. Das ‚Öko-Institut e.V.‘ deckt in den Bereichen Forschung und Beratung viele verschiedene Themengebiete ab. Der Bereich ‚Nachhaltige Unternehmen‘ ist im Zeichen der Globalisierung immer wichtiger geworden und bedarf einer genaueren Betrachtung.

Ebenfalls forscht die Bertelsmann Stiftung seit 2004 im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Zusammen mit dem Auswärtigen Amt hat die Stiftung die Plattform ‚CSR WeltWeit – Deutsche Unternehmen – Global Engagiert‘ gegründet. Partner dieser Plattform sind unter anderem das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bzw. die Deutsche Auslandshandelskammern (AHK). Auch das Projekt ‚CSR regional‘ wurde von der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Pilotprojekt ‚Verantwortungspartner‘, werden Unternehmer unterstützt, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Als überregionales Projekt existiert zudem ‚CSR international‘. Dies dient zur Sichtbarkeit und Förderung gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen im Ausland. Die deutsche Dialogplattform ‚Econsense‘ versteht sich selbst als Think Tank im Bereich CSR und der nachhaltigen Entwicklung. Die Plattform hat den Anspruch aktiv an Entscheidungsprozessen mitzuwirken, Problemlösungen aus ökonomischer Perspektive zu kommunizieren und für Nachhaltigkeit und CSR im Bereich Wirtschaft zu werben.

Weiterführende Quellen
www.bertelsmann-stiftung.de

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Synonyms:
Denkfabrik
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