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Triple Bottom Line

Die Triple Bottom Line, zu deutsch 3 Säulen-Modell, bezeichnet die Ausrichtung geschäftlicher Aktivitäten entlang der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Zur Umsetzung der Triple Bottom Line bedarf es einer Abkehr von einem kurzfristigen Profitstreben; vielmehr soll neben monetären Erfolgen auch eine ökologische Balance und ein sozialer Fortschritt die Basis unternehmerischen Handelns sein. Die Triple Bottom Line dient jedoch lediglich als Rahmen für wirtschaftliches Handeln und ist keine gesetzliche Voraussetzung für Unternehmen. Eine gesetzliche Fixierung besteht lediglich bei der Erstellung von Berichten. So wurde 2003 von der EU-Kommission gesetzlich geregelt, dass börsennotierte Unternehmen in ihren Geschäftsberichten auch eine Triple Bottom Line veröffentlichen müssen. Weitaus wichtiger ist jedoch die freiwillige Verankerung von Werten und Prozessen innerhalb des Unternehmens, die dazu beitragen, die Ansprüche aller Stakeholder bezüglich der drei Dimensionen zu berücksichtigen.

Durch die Ausrichtung entlang der drei Säulen soll ein Umdenken der Unternehmen erfolgen, d.h. Unternehmen sollen ihre Wirtschaftstätigkeit nicht nur auf kurzfristige Gewinne ausrichten, sondern auf Basis der Nachhaltigkeit einen balancierten, langfristigen Fortschritt erzielen. Dabei werden im Gegensatz zu einer reinen Shareholder-Value-Orientierung additive Kapitalarten hinzugefügt. Allgemein lassen sich diese Arten nicht buchhalterisch festhalten, so dass eine Messung nur schwierig möglich ist. Zu diesen Formen gehört das Sozial- und Naturkapital. Unter Sozialkapital werden einerseits das Humankapital zugerechnet, andererseits Investments in das Sozialsystem. Eine weitere Kapitalart stellt das Naturkapital dar, welches insbesondere natürliche Rohstoffe, Ressourcenverbrauch, Abfälle und Emissionen beinhaltet. Dabei kann zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen unterschieden werden. Sowohl Sozial- als auch Naturkapital müssen neben dem Finanzkapital in die Berechnung des Unternehmenserfolges einfließen, damit ein Unternehmen im Sinne des Triple Bottom Line-Konzeptes erfolgreich ist.

Solch eine veränderte Sichtweise wirkt sich nicht zuletzt auf das Rechnungswesen aus, welches durch eine Einführung der Triple Bottom Line neue Kennzahlen benötigt. Allerdings existieren bisher nur wenige Kennzahlen, die diese dreidimensionale Unternehmensausrichtung einbeziehen. Ein Beispiel für eine solche Kennzahl ist der ‚Total Net Value Added‘ (TNVA).

Weiterführende Quellen
Artikel im Harvard Business manager
http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-622721.html

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